Von Brillenmachern, Wandermalern und Büchsenmachern

Lebendige Geschichten des 18. Jahrhunderts im Odenwälder Freilandmuseum

Am langen Wochenende von Donnerstag, den 15. 6.  bis Sonntag, den 18. Juni wird in unserem Museum das 18. Jahrhundert lebendig. Mehr als 150 Darsteller der „IG Historische Darstellungen des 18. Jahrhunderts“ machen das gesamte Museumsareal zur Living-History Kulisse für Markt- und Dorftreiben aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit zivilem Leben, Militärlager, einer Jagdpartie und vorführenden Handwerkern. Gezeigt werden so unterschiedliche, seltene oder gar nicht mehr existente Gewerbe wie die Kaffeesiederei, das Zuckerbäckerhandwerk, die Seilerei, das Büchsenmachen, das Hauben- und Knopfmachen, die Spitzenmacherei, das Brillenmachen und viele weitere Handwerkskünste.

 

Emsiges Treiben herrscht am „Markt“ auf dem eine Kräuterfrau Ihre Waren feil bietet, Parfüm- und Rauwaren angepriesen werden, es köstlich nach heißer Schokolade duftet und ein armer Tropf unter den Händen eines Barbier-Chirurgen um seine Zähne fürchtet.  Ein Fahrender bietet Schmiede- und Eisenwaren an; ein Gürtner und ein Posamentenmacher sowie andere Händler sind zu Gange. Auch ein  Wandermaler bietet seine Künste an. Das Klöppeln und Spinnen wird zu sehen ein. Und Obacht! Auch Bettler und Schmuggler sind auf dem Gelände unterwegs, immer auf der Hut vor dem Militär. Das Militär hat an verschiedene Stellen Lager aufgeschlagen. Die Fränkische Infanterie wird exerzieren, Appelle abhalten und Gefechtsszenen durchführen.  Rekrutierungen im anwesenden Publikum sind möglich. An der Museums-Zollstation werden Kontrollen durchgeführt, dort ist man einem Schmuggler auf der Spur. Auch das „Museumsdorf“ wird bedroht, es soll angegriffen werden.

Ein Jagdstand mit Württemberger Wildjägern informiert über das Jagen früher, z.B: über die Unterschiede von herrschaftlicher und „niederer“ Jagd. Und auch das völlig in Vergessenheit geratene Jagdlappendrucken wird zu sehen sein. Oftmals waren diese „Lappen“ mit den herrschaftlichen Wappen bedruckt. Bei dieser Gelegenheit können Sie erfahren welchen Ursprung die heute noch gebräuchliche Redewendung „sich etwas nicht durch die Lappen gehen zu lassen“ hat.

Die Rauchküche des Hauses aus Bofsheim wird an den vier Tagen von einigen Damen befeuert. Dort kann man sich einen Eindruck davon verschaffen wie die Normalität in einer Küche bis in das 19. Jahrhundert aussah und welch große, geradezu revolutionäre (und viel gesundere) Entwicklung das Kochen auf geschlossenem Herd für die Frau im Haus bedeutete. 

Für Kinder gibt es historische Kinderspiele, Kartoffeldruck und Schablonenmalerei.

Die Living-History Vorführungen zur Geschichte des 18. Jahrhunderts bieten  eine einmalige Gelegenheit Geschichte hautnah,  ganz anders zu erleben.

Das Museum ist an allen vier Tagen von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Die Vorführzeiten an Fronleichnam, den 15. Juni sind von  13.00 – 18.00 Uhr, am Freitag den 16. Juni und Sa., den 17. Juni von 10.00 bis 18. Uhr, sowie am So, 18. Juni von 10.00 bis 17.00 Uhr.

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