Handarbeitskunst in all ihren Facetten

Wenn im Freilandmuseum Gottersdorf traditionelle Handarbeitskunst und kunsthandwerkliches Geschick zu sehen sind, neigt sich die Museumssaison allmählich ihrem Ende entgegen. An diesem letzten Aktionssonntag machte der goldene Oktober seinen Namen alle Ehre und bescherte den Handwerkern nicht nur Sonne satt, sondern auch mehr als ordentliche Besucherzahlen.

Die Frauen der Spinnstube Höpfingen zeigten in kleiner Besetzung wie früher Textilien für den täglichen Bedarf, aber auch für den sonntäglichen Gebrauch hergestellt wurden. So war zunächst das Spinnen der Wolle zu sehen. Nach dem Färben und Trocknen begann das Stricken und Häkeln für den täglichen Bedarf - beispielsweise Topflappen oder warme Socken für kalte Wintertage. In diesem Jahr hatten die Höpfinger Frauen erstmals einen mobilen Webstuhl mitgebracht. Vor der Scheune des Hofes Schüssler durften auch die Besucher selbst Hand anlegen und das Schiffchen des Webstuhls betätigen.

Bei den Vorführungen erzählten die Frauen manche Anekdote und gaben bereitwillig fachkundige Auskunft über ihr Metier. Gleich nebenan konnten die Besucher gestrickte, geklöppelte, gehäkelte und gefilzte Kleidungsstücke wie Socken, Handschuhe, Umhänge und Hüte bestaunen, anprobieren und kaufen.

Nicht weit davon führte in der Schmiedewerkstatt Franz Schell seine Kunst des Schmiedens vor. In der Scheune neben der Museumsgaststube zeigte das Figuren- und Märchentheater "Abraxas" aus Biebesheim den Kindern und Erwachsenen die Geschichte "Das wunderbare Tier". Am Ende der Geschichte stellte sich heraus dass, das wunderbare Tier eine Katze war.

Vor dem "Blauen Haus", dem Schäferhaus aus Gerolzahn, hatten sich wieder die Klöpplerinnen aus Höpfingen eingerichtet. Die große Kunst des Klöppelns wird heute nur noch von wenigen beherrscht. Die Frauen zeigten sehr anschaulich, wie viel Arbeit und Geduld bis zum fertig geklöppelten Deckchen erforderlich sind.

In der Scheune des Hauses "Backfisch" führte Britta Eckardt das Sticken mit der Hand und das maschinelle Sticken vor. Eine typische Herbst- und Winterarbeit des männlichen Geschlechts der damaligen Bauernwirtschaft war die Schnitzerei. Diese Kunst führte Holzbildhauer Horst Walter den Museumsbesuchern vor. hape

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