Interessante Einblicke in viele alte Berufe

Korbflechter, Schmied, Sattler, Filzerin, Drechsler, Holzbildhauer, Wollspinnerin, Korbmacher, Besen- und Rechenmacher und Kräuterfrau zeigten ihre handwerkliche Kunst der Herstellung ihrer Waren aus der vergangenen Zeit. Wieder einmal durften große und kleine Besucher den Handwerkern über die Schulter schauen und dabei konnten sie vieles über die traditionellen Herstellungsmethoden erfahren.

Im Hof Schüßler präsentierte der Schmied sein Können. Denn alles was damals und auch heute noch mit Metallgüterherstellung zu tun hatte, vom Nagel bis zum Schwert, war und ist Sache des Schmieds. Das Schmieden eines Eisens erfordert jahrelange Erfahrung.

Die große Kunst des Schmiedens besteht darin, in der kurzen Zeit, in der das Eisen richtig heiß ist, die gewünschte Form exakt herauszuarbeiten. Vom Schmied erfordert das wohldosierte Kraft und ein sicheres Auge.

Sehr gefragt ist auch heute noch der Beruf des Sattlers. Meistens findet man diesen in der Autoindustrie. Der Sattler stellt aus Leder den Sattel, das Zaumzeug und sonstige Teile für den Umgang mit Pferden und anderen Tieren her.

An der Ziegelhütte zeigte der Korbmacher das Herstellen von Korbwaren vor allem aus Weidenholz und Stroh. Zur Herstellung eines Korbes benötigt der Korbmacher neben das Weidenholz auch Werkzeuge wie Scheren, Sägen, Spaltwerkzeuge, wie einen Dreispalter oder Schlageisen und Biegegeräte, um die richtige Länge und Form des Materials zu erreichen. Gleich nebenan fertigte ein Bildhauer aus einem Stück Weichholz, mit Beitel und Spatel eine Eule. Gegenüber in der Stallscheune fand man den Besenbinder und Rechenmacher. Sein Arbeitsmaterial bestand aus Birkenreiser und Weidenruten zum Binden. Am Tagelöhnerhaus befand sich eine Filzerin, sie führte den Museumsbesuchern vor, wie man aus einem Stück Filz Filzhausschuhe herstellt. Das Filzen ist auch heute noch eine traditionelle handwerkliche Weiterverarbeitung der Wolle oder Tierhaaren. Die Filzerin benötigt dazu in Kombination nur warmes Wasser und Seife. Gleichzeitig durchgeführtes Walken bewirkt ein gegenseitiges Durchdringen der einzelnen Fasern.

Das Filzen und Walken geschieht, solange bis man die richtige Größe für das herzustellende Produkt erreicht hat. Selbstverständlich durften auch die kleinen Besucher Hand anlegen und selber filzen.

Drehkreisel hergestellt

Gleich neben an zeigte eine Wollspinnerin, wie man aus roher Schafswolle auf ihrem Spinnrad Wolle für die Herstellung von Textilien fertigt. Auch ein Drechsler war vor Ort. Bei diesem durften die Kinder ihren Drehkreisel unter Aufsicht und Anleitung selber fertigen. Dabei hatten sie ihren Spaß, nachdem zunächst der Drechsler den Grundstock eines Kreisels gedreht hatte. Hierzu brauchte dieser als Arbeitsmaterial ein Stück Rundholz und als Werkzeug etwa eine Drechselbank, Flachmeißel oder Schlicht- und Abstechstähle.

Am Stand der Kräuterfrau zeigte diese den Besuchern, wie man früher Zunder (Zunder ist ein Pilz, der an Bäumen wächst) zum Feuer machen genutzt wurde. Dieser Baumpilz brennt sehr lange, ohne zu verglühen oder Funken zu versprühen. Vieles boten auch die Mitarbeiter des Freilandmuseums den kleinen Besuchern. So durften sie wieder Spiele für draußen aus vergangenen Tage ausprobieren. Das Odenwälder Freilandmuseum war an diesem Tag sehr gut besucht, besonders von Feriengästen, die, dieser Tage ihren Sommerurlaub in der Region verbringen. hape

© Fränkische Nachrichten

Zusätzliche Informationen