Die Geschichte der Auswanderung(en) aus dem Odenwald

Das Odenwälder Freilandmuseum wird einmal mehr Podium für eine wirklichkeitsnahe Vorführung zur Geschichte der Auswanderung in die Neue Welt. Die Living-History-Veranstaltung in Kooperation mit dem Studienkreis Militärgeschichte macht am Samstag, den 22., und am Sonntag,  den 23. September in Walldürn-Gottersdorf ein spannendes Kapitel badischer Auswanderungsgeschichte erlebbar.

 

Auswanderung und Migration sind keine Phänomene der Neuzeit, sondern schon immer Teil der Menschheitsgeschichte. Auch aus Mitteleuropa fanden in der Vergangenheit immer wieder massenhafte Auswanderungen statt. Die Gründe für die Suche nach einem anderen Leben konnten ganz unterschiedlicher Art sein: wirtschaftlich, religiös, politisch. Auch war die Emigration nicht immer freiwillig, sondern konnte durchaus auch staatlich angeordnet werden. Der Großteil der ländlichen Bevölkerung im strukturschwachen Odenwald lebte im 18. und 19. Jahrhundert in bitterer Armut. Jeder fünfte Odenwälder wanderte in der Mitte des 19. Jahrhunderts nach Amerika, in der Hoffnung auf eine Verbesserung der Lebensumstände, aus.

Im Rahmen der „Multiperiod-Veranstaltung“ werden verschiedene Facetten der Amerika-Auswanderung der letzten 300 Jahre anhand von vier Stationen beleuchtet. Eine Station wirft ein Schlaglicht auf die Bedingungen der Auswanderung im 18. Jahrhundert, als die gesamte Überfahrt wie auch das Siedeln in Amerika noch nicht voll institutionalisiert war. Eine weitere Zeitinsel zeigt dann wie die Auswanderung im 19. Jahrhundert zu einem standardisierten Geschäft wurde. Überseelinien, Auswandererwerbebüros und Auswanderer-Handbücher zeugen von dem Wirtschaftsfaktor Emigration in die „Neue Welt“. In einem weiteren Zeitfenster wird anhand der Biographie einer Hausbewohnerin eines Museumsgebäudes die dunkle Seite der Auswanderung thematisiert: Heimweh und Angst vor der Andersartigkeit des neuen Lebens. Die letzte Zeitinsel wirft einen Blick auf die Zeitgeschichte: deutschstämmige Amerikaner kommen als Besatzungssoldaten nach dem Zweiten Weltkrieg in das besiegte Land.

Die Spielzeiten beginnen am Samstag und Sonntag jeweils um 11 Uhr. Am Samstag enden die Vorführungen um 18 Uhr, am Sonntag gegen 16 Uhr. Das Museum ist von 10.00 bis 18.00 Uhr, die Gaststätte von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Weitere Informationen unter 06286-320

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