Schafe ließen wieder ihre Wolle

Schur und Verarbeitung der Wolle standen im Mittelpunkt

Die Vielzahl an kleinen und großen Besuchern kam nicht nur, um einen Blick in und um die alten Häusern zu werfen, sondern an diesem Tag war auch die Schur der Museumsschafe angesagt. Schafscherer Karl-Norbert Greulich aus Hundheim schnitt mit einer elektrischen Hand-Schermaschine den Winterpelz der Schafe ab.

In einigen Ländern ist Schafscherer ein eigenständiger Beruf, der in besonderen Schulen wie etwa in Queensland ausgebildet wird. Der Beruf des Schafscherers entwickelte sich durch die Arbeitsteilung, die durch die massenhafte Produktion von Schaffleisch und Schafwolle hervorgerufen wurde. Die Wurzeln dieses Berufes liegen in Australien, wo um 1800 die Schafzucht begann und die sich anschließend zur Massenproduktion entwickelte. Heute gibt es diesen Beruf vor allem in Australien und Neuseeland, in Deutschland ist er selten und wird als Nebenerwerbsberuf ausgeübt.

 

So wie Karl-Norbert Greulich aus Hundheim. Er befreite am Sonntag die Schafe von ihrer dicken Wolle, befreite die Klauen vom Schmutz und schnitt sie und impfte die Tiere gegen Krankheiten. Die Coburger Fuchsschafe im Museumsdorf stammen leihweise aus dem Bestand des Freilandmuseums Wackershofen.
Das Coburger Fuchsschaf ist eine Rasse des Hausschafs. Eine Besonderheit ist seine goldgelbe bis rotbraune Farbe, die Farbe der Wolle hellt im Laufe der Zeit auf. Seit 1966 ist die Rasse als Landschaftsrasse von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft anerkannt. Es gibt nur wenige tausend Tiere.

Name gesucht

Gesucht wurde auch ein Name für ein Lämmchen, den durften die Kinder ausfüllen und abgeben. Eine Jury unter der Leitung von Bürgermeister Markus Günther wird zu einem späteren Zeitpunkt unter den vielen Vorschlägen den Namen des Lämmchens aussuchen und den Gewinner bekannt geben. Natürlich gibt es auch einen Preis in Form eines Plüschtieres und eine Saisonkarte für die ganze Familie zu gewinnen.

Was man alles aus Schafswolle machen kann, zeigten im blauen Haus die Spinnstubenfrauen des Heimatvereins aus Höpfingen den Besuchern an diesem Tag viel Anschauliches über die Weiterverarbeitung der Wolle. Gezeigt wurde das Entfilzen und das Spinnen der Wolle und was man alles aus der Schafswolle stricken kann. Auf einem Tisch neben einer Strickerin war Schafswollware zu sehen, etwa Socken, Handschuhe und Babysöckchen.

An der Ziegelhütte konnten die kleinen Besucher zusammen mit Geopark-Ranger Wilfried Schneider kleine Schäfchen aus Wolle und Wollschnur basteln. Im Freilandmuseum machte das Kindertheater "Abraxas" in der Scheune der Museumsgaststube Station und zeigte zum Thementag "Schafschur" den Kindern, wie Schafe geschoren und Wolle gefilzt wird. Heiß her ging es in der Außenstelle des Museumsdorfes in der Schmiede des Hofes "Schüssler". Hier zeigte der Schmied Franz Schell, welches Können das Schmiedehandwerk erfordert. Das Handwerk des Schmiedes war zur damaligen Zeit für die Landwirtschaft und die bäuerliche Gesellschaft überlebenswichtig. hape

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