Bauernhaus aus Bofsheim
Neckar-Odenwald-Kreis


:: Erbaut: 1776-1777     :: Wiederaufbau: ab 1990     :: Eröffnet: noch nicht zugänglich


 

Das eingeschossige Fachwerkhaus stellt einen in der Region weit verbreiteten Typus eines Bauernhauses des ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhunderts dar.

Bauherr war im Jahre 1777 der Landwirt Johann Adam Geiger, der einen Vorgängerbau 1755 von seinem Vater Johann Andreas Geiger, einem Bäcker und Landwirt, übernommen hatte. Der in Bofsheim bis in die Gegenwart geläufige alte Hausname Beckenbubenhaus geht auf den Bäcker Johann Andreas Geiger, den Vater des Hausbauers, zurück.

Eine zweiläufige Außentreppe, die Staffel, führt in das Gebäude. Rechts hinter dem Eingang schließt sich die Stube mit ihrer Stuckdecke und den Lamberien, das sind hüfthohe Wandvertäfelungen aus Holz, an. Am Ende des Flurs liegt die Küche mit einem angebauten Außenbackofen. Im oberen Geschoß, dem ersten Dachboden, waren von Anfang an die Schlafkammern der Hausbewohner untergebracht.

Im Verlauf der Abbauarbeiten für das Odenwälder Freilandmuseum stellte sich bei der archäologischen Grabung heraus, dass das Bofsheimer Haus mehrere Vorgängerbauten hatte, deren  Ursprung zumindest bis in das Spätmittelalter zurückreicht. Eine Untersuchung der Bodenbeschaffenheit ergab, dass das erste nachweisbare Gebäude abgebrannt war. Danach wurde der Hausplatz über einhundert Jahre nicht mehr bebaut. Grundlegende Umgestaltungen des Nachfolgebaus führten dann 1777 zur vollständigen Erneuerung des Hauses in seinen jetzigen Dimensionen. Die Grabungsbefunde werden im Haus dokumentiert.

Es ist beabsichtigt, den Zustand des Anwesens um 1900 darzustellen, als noch keine durchgreifende Modernisierung stattgefunden hatte.

 

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