Bauernhof,  Wohnhaus mit Postagentur aus Neckarburken
Neckar-Odenwald-Kreis


:: Erbaut: um 1789     :: Wiederaufbau: 1985-1986     :: Eröffnet: 1990


PostVom äußeren Erscheinungsbild her ist das auf einem hohen Sockel aus Naturstein errichtete Fachwerkgebäude aus Neckarburken ein typischer Vertreter des ländlichen Hausbaus am Rande des Odenwaldes zum Neckargebiet hin. Als besonderer Glücksfall für das Odenwälder Freilandmuseum erwies sich, dass eine Reihe originaler Einrichtungsgegenstände und sehr viele Archivalien, die über das Anwesen und seine Besitzergeschichte Auskunft geben, noch im Haus vorhanden waren und mit übernommen werden konnten.

Der massive Sockel des Gebäudes bietet Platz für zwei getrennte oberirdische Keller, einen  hauptsächlich für Ackerfrüchte (Kartoffeln, Rüben usw.) und einen vornehmlich für Most, in dem auch die Einmachbehältnisse oder etwa das selbstgebackene Brot aufbewahrt wurden. Im Mostkeller wurde vor der Jahrhundertwende auch einmal eine Obstbrennerei betrieben.

Das eigentliche Erdgeschoss erreicht man erst über eine sehr hohe Treppe, die für die Region charakteristische Staffel. Unter der Eingangstreppe befindet sich der Entenstall. Im Erdgeschoß liegen rechts und links vom Flur Kammern und Stube. In einem Teil der Stube war von 1919 bis 1932 die Neckarburkener Postagentur eingerichtet, die im Museum wieder gezeigt wird. Dabei sind im Jahr 2000, 15 Jahre nach Wiedererrichtung im Museum, sogar noch zusätzliche authentische Dokumente des damaligen Postagenten aufgetaucht. Auf der Rückseite des Hauses, an der Außenwand der Küche, ist ein Backofen angebaut. Der Ofen ist auf einem aus Sandstein gemauerten Unterbau errichtet, der als Hühnerstall diente.

Ein solcher Hausbackofen gehörte im Badischen Odenwald lange Zeit zur wirtschaftlichen Selbständigkeit gerade auch eines Kleinbauernhofes, ja selbst noch kleinerer Häuser. Der originale Backofen, dessen Rauchrohr quer durch den Raum verlief und in den Küchenschlot einmündete, war zuletzt leider zerstört. Doch konnte an einem Bauernhaus in Wiesenbach bei Neckargemünd ein baugleiches Exemplar in originalem Zustand ausfindig gemacht und hier angebaut werden.

Das Dachgeschoss diente gleichzeitig Speicher- und Schlafzwecken. Ein Schlafplatz befand sich hier inmitten von Lagermaterial und Gerätschaften direkt unter den Dachziegeln.

Die Dachspitze bot weiteren Speicherraum. Hier hängte man öfters auch die Getreide- und Mehlsäcke auf. In Anlehnung daran hat das Museum hier eine Ausstellung von derartigen Säcken aus Odenwald und Bauland eingerichtet.

 

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