Kleinbauernhof mit ehemaliger Dorfschänke
"Zur goldenen Krone" aus Dallau
Neckar Odenwald Kreis


:: Erbaut: 1719     :: Wiederaufbau: 1984 - 1985     :: Eröffnet: 1987


Das Anwesen aus Dallau ist ein typisches kleinbäuerliches Mehrzweckhaus: Die Besitzer betrieben neben ihrer bescheidenen Landwirtschaft zeitweise eine Gaststätte und danach einen Laden. Fünf Hektar Landbesitz und geringfügige Viehhaltung von zuletzt vier Milchkühen, zwei Bullen, einigen Schweinen und Hühnern warfen nicht genügend Gewinn ab, um davon leben zu können.

Solche Nebenerwerbe sind charakteristisch für kleinbäuerlich strukturierte Regionen wie den Odenwald und seine Randgebiete. Das oft kärgliche Auskommen vieler Kleinbauern in einer klimatisch und von der Bodenbeschaffenheit her ungünstigen Landschaft ließ sich auf diese Weise zumindest etwas aufbessern.

Das eingeschossige, auf hohem Massivsockel errichtete Fachwerkgebäude mit Satteldach entstand im Jahre 1719. Der kleine Giebelanbau kam 1795 hinzu.

Reste älterer Bausubstanz sind sowohl im Mauerwerk als auch im Fachwerk erhalten. So stand der Kleinbauernhof in Dallau teilweise auf Fundamenten, die noch aus dem Mittelalter stammen und von einem Vorgängerbau zeugen. Im Gebäude stecken auch Holzteile von einem abgebrochenen Bauwerk aus dem Jahre 1480.

Seit 1736 war im Haus die kleine Dorfwirtschaft "Zur goldenen Krone" untergebracht. An die Erteilung der Schildgerechtigkeit erinnert die Inschrift im Stützständer des Vordaches, die allerdings erst nachträglich dort eingeritzt und zurückdatiert wurde. Im Jahre 1848 gaben die damaligen Besitzer den Schankbetrieb wieder auf; 1854 erfolgte ein grundlegender Hausumbau. Von 1919 bis 1964 betrieb die Familie Liebig neben der Landwirtschaft einen Kolonialwarenladen in dem giebelständigen Anbau. Schon 1954 musste die Landwirtschaft wegen mangelnder Rentabilität aufgegeben werden.

Das Gebäude spielt gemäß seinen historischen Teilfunktionen als Gaststätte und anschließend als Dorfladen auch im Museum eine wichtige Rolle als Kommunikationsort: Im Hauptgeschoss befindet sich in der Ausdehnung der ehemaligen Dorfwirtschaft ein Gaststättenraum im Stil der 1920er Jahre mit originalem Mobiliar dieser Zeit, der je nachdem als Vesperstube, Museumscafe oder Vortragsraum benutzt werden kann.

Das Dachgeschoss beherbergt eine kleine Sonderausstellung "Kinderspielzeug". In der Tenne ist die Dokumentation "Wie die Häuser ins Freilandmuseum kommen" zu sehen.

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