Stallscheune Schüßler in Gottersdorf
Neckar-Odenwald-Kreis


:: Erbaut: 1832     :: Restauriert: 1984     :: Eröffnet: 1997


Im Zuge des Umbaus des ursprünglichen Wohnstallhauses zu einem Wohnhaus und der Auslagerung des Stalles wurde im Jahr 1832 die giebelständige Stall­scheune errichtet. Die Ausmaße dieses Wirtschaftsge­bäudes lassen bereits Rückschlüsse auf die Kapazität des Hofes zu.

Das Freilandmuseum nutzt das Gebäude in den oberen Teilen als Magazin. Im unteren Bereich wurden eine Wagnerwerkstatt sowie eine umfangreiche Sammlung verschiedenster Gerätschaften, die die Wagner herstell­ten, eingerichtet. Sehr oft waren solche Wagnereien an einen Bauernhof angeschlossen.

Stallscheune SchüßlerDie Werkstatt setzt sich aus Originaleinrichtungen zweier Werkstätten aus Rosenberg (Baden) und Miltenberg (Bayern) zusammen. Nicht nur die Einzelwerkzeuge, auch das Mobiliar und die Gesamtinszenierung kommt einer originalen Wagnerwerkstatt sehr nahe.: Mehrere Wagnermeister, darunter Wagner Gebhard Fischer aus Katzental, der hier in der Scheune Schüßler auch noch zwei Mal im Jahr sein Handwerk vorführt, haben beratend zur Seite gestanden.

Die ausgestellten Wagnerprodukte (Dauer-Sonder­ausstellung 11) vermitteln einen Eindruck von der Vielfalt dieses mittlerweile ausgestorbenen Berufes, der als Dienstleister in der Agrargesellschaft nicht wegzudenken war. Der Wagner gehörte zu den ältesten holzverarbei­tenden Gewerben und fertigte keineswegs nur Wagen und Räder an, sondern fast alle denkbaren Holzgerätschaften; die Palette reichte vom Dreschflegel bis zur Kutsche und zum Arbeitswagen. Er war ein Meis­ter in der Verarbeitung der notwendigen verschiedenen Holzsorten, auch dies wird in der Ausstellung deutlich. Aber auch der Wagner erwirtschaftete keinerlei Reichtümer; dies erweisen die originalen Urkunden und Dokumente.

Die kleine Schmiedeecke weist auf das Zwillingsgewerbe der Wagnerei hin: Schmiede und Wagnerei arbeiteten beim Wagenbau Hand in Hand. Die Schmiedegeräte stammen aus der ehemaligen Oberdielbacher Schmiede des verstorbenen Schmiedemeisters Heinrich Weis, dem das Odenwälder Freilandmuseum viele Informationen aus erster Hand über das Schmiedewesen der Region zu verdanken hat.

 

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