Schafe mussten bei Kälte Wolle lassen

Die Besucher des Freilandmuseums hatten am Sonntag die Möglichkeit, in anschaulichen Zusammenhängen zu verstehen, welche kulturellen Fertigkeiten der Mensch im Rahmen seiner Nutztierhaltung anwandte, um seinen Bedarf an Kleidungsstücken zu decken. Vermittelt wurde das beim Scheren der Schafe.

 

Im Freilandmuseum ging am Sonntag der Hundheimer Schafscherer Karl-Norbert Greulich seinem Nebenberuf als Schafscherer nach. Der erfahrene Schafscherer schnitt dazu mit einer elektrischen Handschermaschine den Winterpelz der Schafe ab. Greulich befreite die Tiere nicht nur von ihrer dicken Wolle, sondern schnitt ihnen auch die Klauen. Schafscherer ist in einigen Ländern ein eigenständiger Beruf, der in Queensland gelehrt wird. Heute gibt es diesen Beruf vor allem in Australien und Neuseeland. In Deutschland ist er seltener anzutreffen und wird nebenberuflich ausgeübt.

Die Coburger Fuchsschafe im Freilandmuseum ist eine Rasse des Hausschafes. Es handelt sich um eine anspruchslose und widerstandsfähige alte Landschafsrasse, die früher besonders in kargen Mittelgebirgslandschaften weit verbreitet war. Es gibt nur wenige tausend Tiere – dementsprechend gering ist auch die Wollproduktion. Aus dieser werden Einlegesohlen, Strümpfe, verschiedene Oberbekleidungen, Pullover, und Mützen hergestellt. Die abgeschorene Wolle durften sich die Besucher mit nach Hause nehmen.

Weiterverarbeitet wurde die Wolle der Museumsschafe von einer Filzerin vor Ort. Die Kinder durften der Filzerin helfen und hatten ihren Spaß dabei. Und was man weiter aus der Schafswolle herstellen kann, zeigten im blauen Haus der Spinnstubenfrauen des Heimatvereins aus Höpfingen. Sie hatten viele Informationen zur Weiterverarbeitung parat. Der Schmied zeigte im Hof Schüssler sein Können. hape

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